printlogo
http://www.ethz.ch/index_EN
Home
 
print
  

1.3 Hinweise zur Arbeit am Mikroskop

1.3.1 Berechnung der Gesamtvergrösserung

In einem Mikroskop kommt die Vergrösserung in zwei Etappen zustande. Das Objektiv sorgt für die erste Vergrösserungsstufe, wobei ein vergrössertes, seitenverkehrtes, reelles Zwischenbild entsteht. Dieses wird mit Hilfe des Okulars nochmals vergrössert, was zum virtuellen Endbild führt. Die Massstabszahl des Objektivs gibt an, in welchem Grössenverhältnis Bildstruktur und Präparatstruktur zueinander stehen. So erscheint z. B. bei einem Objektiv 40:1 eine bestimmte Strecke im Zwischenbild 40 mal länger als im Präparat. Bei einem Okular mit der Eigenvergrösserung 10 x würde die soeben erwähnte Strecke im Endbild 10 mal länger als im Zwischenbild zu sehen sein. Daraus ergibt sich eine Gesamtvergrösserung von 400fach.

1.3.2 Durchmesser des Gesichtsfeldes

Aus dem Durchmesser des überschaubaren Feldes lässt sich abschätzen, wie lang ungefähr die Strukturen im Präparat sind. Der Durchmesser des Gesichtsfeldes kann mit Hilfe des Durchmessers der Lochblende (= Sehfeldzahl) und der Vergrösserung des Objektivs errechnet werden. Einfacher ist die Bestimmung mit Hilfe von Mikrometerokularen.

1.3.3 Mikroskopiertechnik

Man beginnt immer mit dem kleinsten Objektiv (4/0.12) und stellt mit Grob- und Feintrieb scharf ein. Beim nächstgrösseren Objektiv nur noch mit Feintrieb einstellen.
Achten Sie darauf:

1.3.4 Präpariertechnik

Auf den Objektträger gibt man einen Tropfen Milchsäurelösung und je nach Präparat ganz wenig Baumwollblau. Die Lösung wird gut vermischt und darauf legt man das zu untersuchende Objekt. Auf das Objekt kommt immer ein Deckglas. Dann wird nötigenfalls ganz vorsichtig erwärmt (beschleunigt die Färbung und treibt Luftblasen aus dem Präparat).

1.3.5 Herstellung von Handschnitten

Handschnitt
Handschnitt
  1. Getrocknetes, brüchiges Material eventuell einige Sekunden ins Wasser tauchen
  2. 0.5 - 1 cm2 grosses Stück mit Pilzbefall (Flecken, Fruchkörper, ...) aus dem Blatt herausschneiden und auf Objektträger oder Kartonstück legen (Breite des Stückes sollte 0.5 cm nicht überschreiten)
  3. Das Gewebestück mit einem Finger festhalten. Mit einer Rasierklinge werden nun mehrere (>>5) dünne Schnitte gemacht, wobei der Finger als Widerlager dient. (Vorsicht: Schnitte durch den Finger sind meist nicht von Pilzen befallen und sorgen meist nur für Verwirrung). Die Schnitte sollten dünner sein als die Dicke des Blattes, da sonst der Schnitt nicht auf der Seite kann.
  4. Transferieren der Schnitte auf einen Objektträger und Präparation wie üblich. (siehe oben: Präpariertechnik)

1.3.6 Postulat Koch

Obwohl man mit einiger Erfahrung viele Krankheiten anhand von Bestimmungsbüchern bestimmen kann, gibt es nur einen Weg um zu beweisen, dass ein isolierter Organismus tatsächlich phytopathogen und primär verantwortlich für die beobachteten Krankheitssymptome ist: die Erfüllung der Kochschen Postulate. Der Bakteriologe Robert Koch hat Ende des vorigen Jahrhunderts Bedingungen postuliert, die erfüllt sein müssen, bevor ein Organismus als Krankheitserreger bezeichnet werden kann:

Postulat:

Für die exakte Bestimmung einer Krankheit sind folgende Schritte zu berücksichtigen:

  1. Erfassen der Krankheitssymptome
  2. Isolierung und Charakterisierung des Krankheitserregers
  3. Übertragung des Krankheitserregers auf den gesunden Wirt
  4. Vergleich der Krankheitssymptome mit den ursprünglichen Symptomen
  5. Isolierung und Charakterisierung des Krankheitserregers und Vergleich mit dem Isolat aus Schritt 2

Daraus folgt, dass die beobachteten Symptome durch den isolierten Erreger verursacht wurden.

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zurich | Imprint | Disclaimer | 14 April 2011
top